Problem

Um das Ziel von Paris zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5° zu beschränken, müssen der Atmosphäre in den nächsten Jahrzehnten hunderte Milliarden Tonnen CO2 entzogen werden. Und zwar zusätzlich zu massiven Emissionsreduktionen. Nach den vom IPCC untersuchten Szenarien, muss im Laufe des 21. Jahrhunderts dafür ungefähr so viel CO2 gebunden und sicher gelagert werden wie wir noch emittieren.

Lösung

Richtungsumkehr für die Treibhausgase: Zurück in die Erde statt in die Atmosphäre. Richtungsumkehr fürs Geld: Vergütung von Kohlenstoffsenken statt von Verschmutzungen. Das ist die Grundidee der Kohlenstoffsenken-Ökonomie.

Was sind Kohlenstoffsenken?

Zwischen der Atmosphäre, Biosphäre, dem Meer und Land findet ständig ein natürlicher Austausch von Kohlenstoff statt, zum Beispiel durch Photosynthese. Kohlenstoff in der Atmosphäre (in Form von CO2 oder Methan) erwärmt die Erde, gebundener Kohlenstoff tut das nicht.  

Eine Kohlenstoffsenke zu schaffen bedeutet

  • CO2 aus der Atmosphäre zu entziehen,
  • den gebundenen Kohlenstoff sicher über einen bestimmten Zeitraum zu speichern und
  • dies vertrauenswürdig und überprüfbar zu belegen.

Senken bestehen nicht ewig, so werden z.B.

  • Fossile Kohlenstoffvorkommen bergbaulich erschlossen und ausgebeutet,
  • Wälder aufgrund veränderter politischer, sozialer oder ökonomischer Bedingungen gerodet und
  • humusreiche Böden intensiv konventionell bewirtschaftet, degradieren und verlieren massiv Kohlenstoff.

Naturbasierte Kohlenstoffsenken

Zurzeit gibt es drei naturbasierte, in hohem Maße skalierbare und wissenschaftlich belegte Senkentechnologien:

Im Gegensatz zu hochtechnologischen Lösungen, haben diese Senkentypen einen Primärnutzen, vornehmlich in der Landwirtschaft. Indem sie, bei angemessener Anwendung, die Biodiversität und Bodenqualität fördern, schützen sie uns vor den zwei, neben dem Klimawandel (und Atomkrieg) größten Bedrohungen für das Leben auf der Erde. Pflanzenkohle hat ein riesiges Potenzial in weiteren Anwendungen, insbesondere in Baumaterialien, aber auch in Filtern oder technischen Textilien.

Pflanzenkohlebasierte Senken sind der perfekte Startpunkt für carbonfuture:

  • Im Feld ausgebrachte Pflanzenkohle kann dort nicht wieder extrahiert werden und ist mit einer Zerfallsrate von unter 0.3% pro Jahr sehr stabil,
  • Der Produktionsprozess in (EBC) zertifizierten Pyrolyseanlagen ist weitgehend standardisiert, Emissionen können gemessen, somit kann der Produktionsprozess in die Berechnung der Senkenleistung einbezogen werden,
  • Die Lieferkette kann nachvollzogen werden.

carbonfuture Climate Credits vergüten den Klimanutzen von Kohlenstoffsenken

schematic representation of the carbonfuture Climate Credit

carbonfuture Climate Credits finanzieren Kohlenstoffsenken. Da die individuellen Senken sehr granular dokumentiert werden, werden sie dazu in Portfolios gebündelt. Jede einzelne physisch vorhandene Senke (z.B. ein Kubikmeter Pflanzenkohle, der im Boden eines bestimmten Landwirtschaftsbetriebs ausgebracht wurde) ist in einem individuellen "cf-Zertifikat" dokumentiert, welches folgende Informationen enthält:

  • Ein unabhängiges EBC-Zertifikat, das den Netto-Klimanutzen der Pflanzenkohle (am Produktionsstandort) unter Berücksichtigung der Produktionsemissionen beziffert,
  • den Nachweis der tatsächlichen Senkenschaffung durch die Anwendung der Pflanzenkohle in einer Weise, die eine stabile Einlagerung garantiert (z.B. direkte Bodenanwendung),
  • die unveränderbare Dokumentation dieser Nachweise auf der carbonfuture Hyperledger Blockchain (was keine energieintensive Technologie ist)

Ein carbonfuture Climate Credit finanziert die stabile Entnahme von 1 t CO2 aus der Atmosphäre über 100 Jahre. Obwohl die Abbaurate von Pflanzenkohle viel geringer ist als die von CO2 im natürlichen Kohlenstoffkreislauf, speichern wir zu Beginn der Laufzeit das äquivalent von (netto) 1,16 tCO2, um einen Durchschnitt von 1 t über 100 Jahre zu garantieren. Mit diesem Standard werden wir klimapositiv.

Was unterscheidet carbonfuture von anderen Kompensationsmodellen

Vorweg: Emissionen zu kompensieren ist gut und richtig. Bei den uns bekannten etablierten Kompensationsmodellen bestehen allerdings insbesondere folgende Schwierigkeiten:

  • Erstens kennen wir kein Modell (außer carbonfuture), das die tatsächliche Dauer der Kohlenstoffspeicherung berücksichtigt. Senken nach der Speicherdauer zu unterscheiden ist allerdings notwendig um den (physikalischen) Klimanutzen und somit den Wert einer Senke zu beziffern. Nur so werden Senken vergleichbar und können angemessen vergütet werden.
  • Zweitens haben viele Kompensationsmechanismen Schwierigkeiten den tatsächlichen positiven Effekt ihrer Projekte auf das Klima zu garantieren.

Wir haben carbonfuture entwickelt um diese Probleme zu lösen und den bestmöglichen Kompensationsstandard zu schaffen, indem wir

  • ausschließlich Kohlenstoffsenken berücksichtigen (keine Offsetprojekte),
  • uns auf unabhängige Senken-Zertifizierung mit wissenschaftlich belegter und vorsichtiger Quantifizierung stützen,
  • den gesamten Lebenszyklus einer Senke berücksichtigen, einschließlich der Produktionsemissionen und der Speicherdauer,
  • Senken (end-to-end) fälschungssicher auf einer Blockchain-basierten Distributed Ledger Plattform dokumentieren und
  • einen Plattform-Ökonomie Ansatz verfolgen um das Framework in bestehende und neue Wertschöpfungsketten einzubinden und einem großen Kreis von Teilnehmern zugänglich zu machen.

Wir haben carbonfuture als Basisplattform für die Kohlenstoff-Senkenökonomie konzipiert. Wir werden carbonfuture für einen großen Teilnehmerkreis öffnen: Für diejenigen, die Senken erschaffen, für Auditoren und unabhängigen Zertifizierer, für Händler und für diejenigen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Klimadienstleistungen finanzieren.